Kompetenz statt Klischees – Äußerlichkeiten sind keine Qualifikation

Foto: Alexander Klotz | OrangeProduction.de

Die konstituierende Gemeinderatssitzung 2026, ein Abend, der den formellen Startschuss für die Arbeit der nächsten sechs Jahre gibt. Man erwartet inhaltliche Diskussionen, das Kennenlernen der neuen Fraktionen und Gemeinderät*innen und konstruktive, bürgernahe Politik.

Was man leider immer noch von Zuschauerrängen oder in Flurgesprächen vernimmt, sind Kommentare, die tief in alten, längst überholten Rollenbildern verwurzelt sind. Die Frage, „ob wir denn hübsche Frauen im Gemeinderat haben“ und optische Bewertungen einzelner Gemeinderätinnen sind dabei nicht nur flach, sondern schlichtweg sexistisch und fehl am Platz! Besonders bitter und enttäuschend ist es, wenn solche Bewertungen sogar von Frauen selbst geäußert werden.

Als Frau ordne ich die Situation wie folgt ein: Internalisierter Sexismus schwächt uns alle! Solch sexistische Bewertungen und Kommentare zeigt, wie tief patriarchale Denkmuster in unserer Gesellschaft verankert sind. So sehr, dass Frauen diese selbst unreflektiert übernehmen und gegen Geschlechtsgenossinnen anwenden. Anstatt Solidarität zu zeigen und den Mut sowie den Erfolg von Frauen zu feiern, die in den Gemeinderat gewählt wurden, wird der Fokus rein auf das Äußere gelegt.

Wenn Frauen sich ehrenamtlich engagieren, ihre Freizeit opfern und Verantwortung für unseren Ort übernehmen, dann tun sie das aufgrund ihrer Fähigkeiten, ihrer Ideen und ihres Einsatzwillens. Die Frage, ob eine Gemeinderätin „hübsch“ ist, hat exakt null Relevanz für ihre Kompetenz! Niemand käme auf die Idee, die Kompetenz eines männlichen Gemeinderatsmitglieds an seinem Aussehen festzumachen.

Wir müssen aufhören, Frauen in der Politik und dem öffentlichen Leben auf ihre Wirkung im Raum zu reduzieren – und das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Es ist egal, wie eine Gemeinderätin aussieht. Was zählt, ist ihre Stimme, ihre Argumente und ihre Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger Kleinostheims. Der Einsatz und das Engagement aller gewählten Vertreterinnen und Vertreter – egal welchen Geschlechts und welcher Fraktion – verdienen Respekt und Anerkennung!

Leserbrief von Nadine Seitz, Besucherin der konstituierenden Sitzung.

Nadine Seitz, Beisitzerin im Vorstand des OV

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