Mehr große Bäume für Kleinostheim – gute Ideen brauchen auch gute Pflege

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Im Rahmen der Pflanzung von 1.050 Bäumen zum Gemeindejubiläum hat die CSU vorgeschlagen, verstärkt große Bäume im Ort zu pflanzen, anstatt ausschließlich kleine Stecklinge auf einer Wiese. Diese Idee unterstützen wir ausdrücklich. Große Bäume leisten bereits unmittelbar einen wichtigen Beitrag für das Ortsklima, spenden Schatten, binden CO₂ und erhöhen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

Wir hätten uns allerdings gewünscht, dass dieser Gedanke bereits bei der Umgestaltung des Brentano-Pausenhofs stärker berücksichtigt worden wäre. Dort sind nur wenige neue Bäume vorgesehen, während die Fläche weiterhin überwiegend versiegelt bleibt. Dennoch gilt: Wir blicken nach vorne und begrüßen die nun angestoßene Diskussion ausdrücklich.

Im Gemeinderat wurde außerdem die Idee eingebracht, Bäume zu einem geschlossenen Kronendach zu erziehen – in Form eines Baumdachs. Solche Konzepte können Plätze gezielt beschatten und bieten zugleich attraktive gestalterische Möglichkeiten. Viele Fachleute für Stadtklima weisen jedoch darauf hin, dass große, frei wachsende Bäume bei ausreichendem Platzangebot ökologisch und klimatisch die bessere Lösung sind. Sie entwickeln mehr Biomasse, speichern mehr Kohlenstoff, erzeugen eine stärkere Kühlwirkung und verursachen langfristig geringere Pflegekosten, da kein regelmäßiger Formschnitt erforderlich ist.
Letztlich ist dies eine Frage der Abwägung. Für Dachbäume spricht neben ihrer gestalterischen Wirkung vor allem, dass die Beschattung gezielt dort geschaffen werden kann, wo sich Menschen aufhalten – beispielsweise über Sitzbereichen, Boulebahn oder den Fußweg. Einzelne große Bäume beschatten zwar ebenfalls große Flächen, jedoch nicht immer die gewünschten Aufenthaltsorte. Deshalb können wir uns gut eine Kombination aus beiden Ansätzen vorstellen. Aus diesem Grund haben wir dem Vorschlag auch zugestimmt.

Über 100.000 Euro kostet diese Maßnahme, die durch fachgerechte Baumpflanzung und Pflege vermeidbar gewesen wäre.

Wir haben darauf hingewiesen, dass die Pflanzung neuer Bäume allein nicht ausreicht. Die erst rund 15 Jahre alten Bäume am Platz sind aus verschiedenen Gründen nie richtig angewachsen, inzwischen erkrankt und vermutlich nicht mehr zu retten. Das zeigt deutlich:
Entscheidend ist nicht nur das Pflanzen, sondern auch die anschließende Pflege.

Wir wünschen uns daher, dass den Bäumen künftig deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Dazu gehören insbesondere eine ausreichende Bewässerung sowie regelmäßige Kontrollen des Gesundheitszustands.

Ein digitales Baumkataster halten wir hierfür für unverzichtbar. Die Einführung eines solchen Systems wurde bereits im Jahr 2023 angekündigt, leider nicht umgesetzt.

Darüber hinaus werden wir erneut die Einführung von Baumpatenschaften beantragen, wie sie in vielen anderen Kommunen erfolgreich praktiziert werden. Bürgerinnen und Bürger können dadurch Verantwortung für „ihren“ Baum übernehmen und die Gemeinde bei Pflege und Bewässerung unterstützen. Das stärkt nicht nur den Baumbestand, sondern auch das gemeinschaftliche Engagement für ein grünes und lebenswertes Kleinostheim.

Über weitere Themen aus der gut besuchten Gemeinderatssitzung vom 11.06. werden wir in den nächsten Ausgaben des Blättchens und hier auf unserer Homepage berichten.

Eure GRÜNE-Fraktion im Gemeinderat: Friedolf, Sabine und Olav

Bilder der geschädigten Bäumen (aus 2024) am „Generationen-Weg“/Bouleplatz:

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