Energiewende: Einfach anfangen. Hier. Jetzt

Herr Bürgermeister Neßwald sagte anlässlich der Mahnwache wegen des Ukrainekrieges:

„Dieser Krieg geht uns alle an!“

Bei den Freien Wählern heißt es: „…auch Energiepolitik ist Verteidigungspolitik“ (Minister Aiwanger)

Das stimmt, und ganz nebenbei entlastet eine sinnvolle Energiepolitik mit einer schnellen und umfassenden Energiewende auch unsere Kinder und Enkel von den immensen Kosten durch einen verstärkten Klimawandel. Sie spart langfristig Geld und setzt auch schon kurzfristig wirtschaftliches Potenzial in der Region frei.

Was dabei wichtig ist, ist, dass die Energiewende zum größten Teil vor Ort stattfindet. Hier bei uns in der Gemeinde. Sie hat aber Auswirkungen sowohl auf das Weltklima als auch auf unsere Abhängigkeit von ausländischen Energierohstoffen. Sei es Erdöl, Erdgas, Steinkohle oder Uran.

Wir haben hier in Kleinostheim ja nicht mal die einfachste Sache gemacht: Auf Ökostrom umsteigen. Einfacher geht es für eine Kommune nicht. Etwas mehr Geld in den Haushalt einstellen und umsteigen. Kein erhöhter Arbeitsaufwand, außer einmalig zur Umstellung, keine Personalstelle oder ähnliches.

Die SPD hat 2019 einen Antrag auf Erstellung eines Integrierten Energie- und Klimaschutz-Konzepts gestellt. Der Antrag wurde angenommen, aber getan hat sich nichts. Das Konzept könnte fertig sein und wir könnten jetzt damit arbeiten!

Die CSU hat 2019 einen Antrag gestellt, alle kommunalen Gebäude mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Der wurde abgelehnt und gesagt, die Verwaltung wäre schon länger dran am Thema. Wenn die Infos stimmen, kommen 2022 die ersten Anlagen.

Die Grünen haben im Februar 2021 einen Antrag für die Einstellung eines Klimaschutzbeauftragten gemacht. Dieser wurde angenommen. Eine Ausschreibung der Stelle ist bisher nicht erfolgt.

Dass es anders geht, zeigt Karlstein. Dort wurde Mitte 2021, also nach uns, die Einrichtung solch einer Stelle beschlossen, und seit 01.02.22 ist diese Stelle auch besetzt.

Wir schlafen hier in Kleinostheim!

Wo ist unser Enddatum für fossile Energieträger und welchen Plan haben wir, um da hin zu kommen?

Wo ist ein Infoblatt mit den Vorzügen erneuerbarer Energien beim Einreichen eines Bauantrags oder Kauf eines Grundstücks/Hauses?

Welchen Ansprechpartner haben Bürger vor Ort, um sich zu informieren?

Welche Initiativen für Gewerbe, Industrie und Privathaushalte wurden angestoßen, um einen deutlich schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen und fossile Abhängigkeit zu verringern? Vielleicht gäbe es sogar Synergieeffekte z.B. bei der Wärmeversorgung und man könnte Wärmequellen mit Wärmesenken verbinden.

Gibt es Initiativen, die Firmen, die für die Energiewende wichtig sind, hier in Kleinostheim gezielt bei der Ansiedlung unterstützen? Dies würde für die nächsten Jahrzehnte sichere Arbeitsplätze vor Ort bedeuten.

Alle jammern gerade über die Spritpreise. Gibt es ein Mobilitätskonzept für unseren Ort, dass die Abhängigkeit der Kleinostheimer vom Auto verringert?

Gibt es irgendeine Einbindung der Bürger bei diesem Thema?

Fehlt es am Geld? Wenn Ja, warum startet man nicht einen Bürgerfonds und fragt die Bürger ob sie der Kommune, in der sie leben und meist langfristig verwurzelt sind, das nötige Geld langfristig leihen?

Liegt es an fehlendem Personal in der Verwaltung? Dann kann der Bürgermeister für den aktuellen Haushalt noch den Bedarf einer ergänzenden Stelle deutlich machen und diese auch zeitnah ausschreiben.

Ansonsten ist zu prüfen, ob die Arbeit an dem Thema Energiewende sowohl bei der Hausspitze, wie auch im Verwaltungsapparat selbst die nötige Priorität hat.

Das wichtigste ist, dass man vom „wir brauchen noch XY, um zu starten“ und „man sollte mal“ endlich zum Machen kommt.

Einfach mal anfangen. Jetzt und hier.

Einfach mal anfangen und nicht auf den nächsten Milliardentopf aus München/Berlin/Brüssel warten, den es evtl. vielleicht schon bald geben könnte oder die nächste neue Technologie, die vielleicht in einigen Jahren entwickelt werden könnte und alles ganz einfach machen soll.

Wir haben alles, was wir für die Umsetzung der Energiewende brauchen. Wir müssen es nur tun! Für unsere Kinder, für die Umwelt und gegen die Abhängigkeit von despotischen Regimen!
Oder wie Minister Lindner von der FDP sagt: „Erneuerbare Energien sind Freiheitsenergien!“

Benjamin Brand, Sprecher AK Kommunale Energiewende
benjamin.brand@gruene-kleinostheim.de

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