Danke für das Trittstufenkonzept im Wald

Der Gemeinderat hat mit dem Beschluss, fünf Prozent des Waldes aus der Nutzung zu nehmen und ein Trittstufenkonzept umzusetzen, ein wichtiges und zukunftsweisendes Signal für Artenvielfalt sowie Natur- und Klimaschutz gesetzt.

Diese Entscheidung zeigt Verantwortung gegenüber kommenden Generationen und trägt dazu bei, den Wald widerstandsfähiger und ökologisch wertvoller zu machen.

Angesichts zunehmender Herausforderungen wie Trockenperioden, Schädlingsbefall und Unwettern ist es entscheidend, den Wald gezielt an den Klimawandel anzupassen. Gleichzeitig soll er seine Funktionen als Wasser- und Treibhausgasspeicher künftig noch besser erfüllen können.

Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist der Schutz von Biotopbäumen. Mindestens zehn dieser ökologisch besonders wertvollen Bäume pro Hektar sollen erhalten bleiben, um die Artenvielfalt zu fördern. Ergänzt wird dies durch den gezielten Erhalt von Totholzbeständen. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zum Ökosystem, indem sie Feuchtigkeit speichern, zur Kühlung beitragen und Lebensräume für zahlreiche Arten bieten.

Das sogenannte Trittstufenkonzept spielt dabei eine besondere Rolle: Es beschreibt ein Netzwerk aus kleinen, naturbelassenen Waldflächen – sogenannten „Trittsteinen“. Diese dienen als Rückzugsorte für bedrohte Tier- und Pflanzenarten und ermöglichen es ihnen, sich zwischen verschiedenen Lebensräumen zu bewegen. So entsteht ein ökologisch wertvoller Verbund, der die Biodiversität stärkt und langfristig sichert.

Die angestrebte Zusammenarbeit mit benachbarten Kommunen ermöglicht die Chance, größere zusammenhängende Naturwaldflächen zu schaffen. Eine solche Vernetzung erhöht die ökologische Wirkung deutlich.

Die Stilllegung eines Teils der Waldfläche ist mit sicherlich wirtschaftlichen Einbußen verbunden ist, jedoch überwiegen die langfristigen Vorteile für Umwelt, Klima und Lebensqualität. Ferner erwirbt die Gemeinde durch das Konzept sogenannte „Öko-Punkte“: Öko-Punkte sind ein Instrument, mit dem eine Gemeinde Eingriffe in Natur und Landschaft ausgleicht, indem sie ökologische Aufwertungsmaßnahmen anrechnet und verwaltet. So kann sie Bauprojekte (Straßen, Versiegelung, Bau- und Gewerbegebiete) ermöglichen.
[Bisher wurden hierfür ausschließlich landwirtschaftliche Flächen in „Ausgleichsflächen“ umgewandelt.]
Der Gemeinderat hat hier eine kluge und verantwortungsvolle Entscheidung getroffen, die wir ausdrücklich begrüßen.

Zudem informierte der Bürgermeister darüber, dass auf der Aufforstungsfläche anlässlich des 1050-jährigen Jubiläums von Kleinostheim die verbleibenden 525 Baumsetzlinge im kommenden Herbst gepflanzt werden sollen. Gemeinderätin Astrid Schenk-Reuter (CSU) brachte ergänzend den Vorschlag ein, im Ortsgebiet zusätzlich 25 ausgewachsene Bäume zu pflanzen, was auch vom Bürgermeister ausdrücklich begrüßt wurde.
Auch unsere Gemeinderätin Sabine Dornberg würdigte diese Maßnahmen, wies jedoch zugleich darauf hin, dass die Pflege des bestehenden Baumbestands stärker in den Fokus rücken sollte. Insbesondere die 16 Bäume am Generationenpark befinden sich derzeit in einem sehr schlechten Zustand. Darüber hinaus wäre es wichtig, dass Bäume bei Bauarbeiten konsequent fach- und vorschriftsgerecht geschützt würden. In diesem Zusammenhang könnte es zielfühend sein, das Personal des Bauhofs entsprechend zu schulen, damit diese dann Bautätigkeiten von Fremdfirmen besser kontrollieren können und somit Baumschäden aktiv verhindern.

Olav Dornberg,
Ortsverband-Sprecher, Beauftragter für Social Media und Homepage
olav.dornberg@gruene-kleinostheim.de

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Infos zum Thema Baumschutz

Baumschutz beim Bauen ist ein wichtiges Thema, denn die Bäume haben eine wichtige Funktion (Kühle, Schatten, Luftreinigen, Ortsbild, ….) und einen hohen Wert.

Folgendes sollte künftig vermehrt Beachtung finden:

  • Baumschutz in der Planungsphase beachten: sind Bäume vorhanden? Zustand der Bäume? Beeinträchtigt die Baumaßnahme Bäume? Welche Schutzmaßnahmen können realisiert werden?
  • Baumschutz bis zur Fertigstellung umsetzten
  • Auf Regelwerke hinweisen und beachten: DIN 18920 (2014), RAS-LP4 (1999), DWA-M162 (2013),
    Informationsblatt zum Baumschutz auf Baustellen
  • Fachleute früh einbeziehen

siehe auch Fachvortrag „Bäume, Schutzmaßnahmen und Standortssanierung“
von Michael Müller-Inkmann (Sachverständigenbüro BAUM UND BODEN ,Wiss. Mitarbeiter Hochschule Osnabrück)

Weiterführende Links zum Thema Baumschutz:
https://baumkontrolle-im-netz.de/
https://www.habitatbaum.com/

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Bilder zu den Bäumen am „Generationenweg“ zwischen Schule und St. Vinzenz:

(Hinweis: diese Bilder stammen aus 2022, aktuell sehen die Bäume noch schlechter aus)

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