Zwei Baum-Themen im Gemeinderat: Wie schützen wir Kleinostheims Bäume besser?

Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 29.10., um 19 Uhr
Neuer Sitzungssaal, Industriestraße 8, Kleinostheim
-> Tagesordnung

Baumgießpatenschaften und ein kommunales Stadtbaumkonzept – am Donnerstag, 29. Oktober, geht es gleich zweimal um den Schutz unserer Bäume.

Der vergangene Sommer hat erneut deutlich gemacht, wie sehr Hitze und Trockenheit unseren Bäumen zusetzen. Dabei sind Bäume weit mehr als nur grüne Farbtupfer im Ortsbild: Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung, verbessern die Luftqualität, bieten Lebensraum für Tiere und tragen wesentlich zu einer lebenswerten Gemeinde bei.

Damit unsere Bäume auch in Zukunft ihre wichtigen Funktionen erfüllen können, brauchen wir sowohl kurzfristige Unterstützung bei der Bewässerung als auch eine langfristige Strategie für ihren Erhalt. Genau darum geht es bei zwei Tagesordnungspunkten der kommenden Gemeinderatssitzung.

1. Baumgießpatenschaften: Gemeinsam unsere Bäume retten

Bereits vor einigen Jahren hatten wir Grünen einen Antrag zur Einführung von Baumgießpatenschaften gestellt. Nun bringen wir das Thema erneut auf die Tagesordnung – diesmal gemeinsam mit der CSU.

Denn gerade in heißen und trockenen Sommern ist eine ausreichende Wasserversorgung entscheidend für die Gesundheit unserer Bäume. Besonders junge Bäume sind gefährdet, da ihre Wurzeln noch nicht tief genug reichen, um sich zuverlässig mit Wasser zu versorgen. Aber auch ältere Bäume können unter anhaltendem Trockenstress leiden.

Unser Anliegen ist es, den Bauhof bei der Bewässerung gezielt zu unterstützen. Dafür hatten wir verschiedene Möglichkeiten vorgeschlagen. Eine davon ist, geeignete Bewässerungsarbeiten an externe Dienstleister oder örtliche Betriebe zu vergeben. Ein Kleinostheimer Landwirt verfügt beispielsweise bereits über die entsprechende Ausrüstung und Erfahrung, da er auch Bäume für die Stadt Aschaffenburg bewässert.

Eine weitere Möglichkeit sind Baumgießpatenschaften: Bürgerinnen und Bürger können dabei die regelmäßige Bewässerung bestimmter Bäume übernehmen und so ganz praktisch zum Erhalt des örtlichen Baumbestands beitragen. Solche Patenschaften werden auch in anderen Kommunen genutzt.

Wichtig ist uns dabei eine zentrale Koordination durch die Gemeinde. Eine digitale Baumkarte könnte beispielsweise zeigen, welche Bäume bereits versorgt werden, wo noch Unterstützung benötigt wird und wann zuletzt gegossen wurde. So lassen sich Aufgaben sinnvoll verteilen und vermeiden, dass einzelne Bäume vergessen werden oder manche mehrfach gegossen werden, während andere leer ausgehen.

Klar ist: Ehrenamtliches Engagement kann die Arbeit des Bauhofs sinnvoll ergänzen, aber nicht vollständig ersetzen. Es braucht ein gut organisiertes Zusammenspiel zwischen Gemeinde, engagierten Bürger*innen sowie gegebenenfalls örtlichen Betrieben.

2. Unser Antrag für ein kommunales Stadtbaumkonzept

Im zweiten Tagesordnungspunkt wird über unseren Antrag zur Erstellung eines kommunalen Stadtbaumkonzeptes beraten.

Denn regelmäßiges Gießen allein reicht nicht aus, um unseren Baumbestand langfristig zu erhalten. Wir müssen auch dafür sorgen, dass neue Bäume an geeigneten Standorten gepflanzt werden, ausreichend Platz für ihre Wurzeln erhalten und mit den zunehmenden klimatischen Belastungen zurechtkommen.

Was soll das Stadtbaumkonzept leisten?

Unser Antrag sieht dafür konkrete Schritte und zeitliche Ziele vor: Die Bestandsanalyse und Empfehlungen für klimaangepasste Pflanzungen sollen bis Mai 2027 erarbeitet werden. Das Stadtbaumkonzept soll bis Oktober 2027 vorliegen und anschließend dem Gemeinderat zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden.

Ein digitales Baumkataster als Grundlage

Ein zentraler Punkt ist für uns das digitale Baumkataster. In Kleinostheim gibt es bislang leider noch eine lose Blattsammlung zur Dokumentation des Baumbestands. Damit fehlen wichtige Voraussetzungen für eine übersichtliche, systematische und langfristige Planung.

Ein digitales Baumkataster könnte Informationen über jeden erfassten Baum zentral bündeln: Standort, Baumart, Zustand, notwendige Pflegemaßnahmen und bisherige Arbeiten. Das erleichtert die Pflegeplanung, hilft bei der Priorisierung dringender Maßnahmen und schafft eine bessere Grundlage für Entscheidungen über den Erhalt oder die Neupflanzung von Bäumen.

Auch für die Baumgießpatenschaften wäre eine digitale Karte hilfreich. Beide Themen könnten so sinnvoll miteinander verbunden werden.

Heute handeln, damit Kleinostheim auch morgen grün bleibt

Ein gesunder Baumbestand ist ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Klimaanpassung. Bäume mildern die sommerliche Hitze, spenden Schatten und verbessern das Mikroklima. Gleichzeitig benötigen sie geeignete Standorte, ausreichend Wasser und eine vorausschauende Pflege.

Mit den Baumgießpatenschaften wollen wir kurzfristig mehr Unterstützung für unsere Bäume ermöglichen. Mit einem kommunalen Stadtbaumkonzept wollen wir die Grundlage dafür schaffen, dass Kleinostheim seinen Baumbestand langfristig erhält und klimaangepasst weiterentwickelt.

Wir laden alle interessierten Bürger*innen, die öffentliche Gemeinderatssitzung zu besuchen und sich selbst ein Bild von den Beratungen zu machen.

Denn der Schutz unserer Bäume geht uns alle an!

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