Rassismus ist kein Argument – Lösungen für mehr Gerechtigkeit

Am vergangenen Donnerstag gedachten wir den zivilen Opfern des verheerenden Bombenangriffs auf Kleinostheim vor 76 Jahren. Das genau an diesem Gedenktag von der muslimischen Gemeinde „Ahmadiyya Muslim Jamaat Aschaffenburg“ zu einer digitalen Podiumsdiskussion zum Thema „Rassismus in der Gesellschaft“ eingeladen wurde, ist eher dem Zufall geschuldet.

Anlass und Auslöser für diese Veranstaltung war das Erstarken rechtspopulistischer Gedanken und Strömungen und die rassistisch motivierten weltweiten Anschläge bis in unsere unmittelbare Nähe (Hanau). Die geladenen Gäste* waren aufgerufen, die aus ihrer Sicht möglichen Schritte und Lösungen gegen Rassismus jedweder Ausprägung zu diskutieren.

Melissa Erdei vom Integrationsmanagement der Stadt Aschaffenburg eröffnet mit einem praxisbezogenen Kurzvortrag die Runde, die von Atta-ul-Waheed Khan gut geleitet wurde.

In der Vorstellungsrunde wies ich auf den oben erwähnten Gedenktag hin, der auch eine Folge von Rassismus war, und berichtete von der aktuell geführten Diskussion in unserer Gemeinde für eine Gedenkstätte an Euthanasieopfer.

In den Beiträgen wurden vielfältige Ursachen mit den Möglichkeiten, diese Kette zu durchbrechen verknüpft: sozial abgehängt sein in der Gesellschaft durch Armut, mangelnde Bildung, Folgen des Kolonialismus.

Lösungsansätze könnten sein: die bewusste Erziehungsverantwortung für die kindliche Persönlichkeitsentwicklung, eine umfassende Bildung mit z.B. mehr musischen Fächern (dies ist nicht mit reiner Wissensvermittlung gleichzusetzen), eine vorurteilsfreie Neugierde gegenüber Allem und Alles, der kritische Umgang mit den sogenannten sozialen Medien, aber auch die positive gesellschaftliche Verantwortung der Vereine.

Aktuell belegt die weltweite Pandemie, dass wir alle in einem Boot sitzen und auch nur gemeinsam diese akut anstehenden Überlebensaufgaben auf unserer kleinen Erde bewältigen können.

Aus dieser Erkenntnis ist die Auseinandersetzung mit Rassismus und das Einstehen für das demokratische und freie Zusammenleben nicht delegierbar und kein Selbstläufer.

Nur die Einigung der Gesellschaft auf grundlegende Werte ist die Basis für ein demokratisches Miteinander. Und dazu gehört Rassismus nicht.

*Podiumsgäste: Eric Leiderer (Dritter Bürgermeister Stadt Aschaffenburg), Bernhard Schmitt (Stadtrat für die ÖDP), Markus Krauth (Pfarrer der Kirche Maria Geburt), Dr. Robert Löwer (Allgemeinarzt in Aschaffenburg), Friedolf Bickel (Fraktionsvorsitzender BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN), Arbab Ahmad (Imam & Theologe der Ahmadiyya Muslim Jamaat) Friedolf Bickel, Fraktionssprecher

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