Zukunft Vitamar

Was bleibt nach der Infoveranstaltung: Wunschzettel oder geplantes Vorgehen?

Die Infoveranstaltung zur Zukunftsperspektive für das Vitamar hegte die große Erwartung, fundierte Entscheidungsgrundlagen zum aktuellen Status des Bades zu erhalten. Aber was wurde tatsächlich geboten?

  • Eine unvollständige und beliebige Erkenntnissammlung aus einer Inaugenscheinnahme (!) des baulichen Zustands durch ein Planungsbüro für technische Gebäudeausrüstung
  • Einer Machbarkeitsstudie durch ein Beratungsunternehmen auf der dürftigen Grundlage der genannten Mängel

Die vorgestellten 5 Varianten decken das gesamte Spektrum von Sanierung bis zum Neubau ab. Auf der dünnen Grundlage konnten aber nur unverbindliche Schätzkosten auf Basis vergleichbarer Projekt genannt werden (Hinweis des Beraters „wir sind kein Planungsbüro“). Kostenabweichungen, wohl eher nach oben, können daher auch nicht beziffert werden. Die geschätzten Ausfallzeiten des Bades bei Sanierung (Minimum 6 Monate) und Neubau (1,5 – 4 Jahre) wurden erst auf Nachfrage genannt. Angaben zur Dringlichkeit einer Sanierung wurden nicht beantwortet.

Investitionskosten und Betriebskosten sind sicher mit entscheidend. Aber wie kann jetzt verantwortungsvoll mit diesen Zahlen argumentiert werden, wenn die komplette Basis auf einer so schwachen Grundlagen steht? Kann das der Anspruch einer modernen Gemeinde sein?

Bis dato liegen nur die Ergebnisse der Berater und Gutachter ungefiltert vor. Wo bleibt die kritische Auseinandersetzung?

Was ist vor einer Zukunftsentscheidung zu tun?

Vor einer transparenten und nachvollziehbaren Entscheidungsfindung sollte ein verantwortliches Projektteam gebildet werden, das belastbare Grundlagen vorlegt, z.B.

– die fundierte Zustandsanalyse des Baukörpers

  • Tragfähigkeit/Beton untersuchen: Karbonatisierungstiefe, Chloridgehalt und Druckfestigkeit, Korrosionsgrad der Bewehrung ist zu bestimmen und bewerten
  • Status der gesamten Technik (Klima/Lüftung, Wasseraufbereitung, Sanitärbereich, …)
  • auch mal Verkleidungen öffnen!

– eine Bedarfsermittlung für Badegäste

  • Für wen ist das Bad gedacht?
  • Wie ist das Bad auch vermehrt für Kleinostheimer Familien attraktiv zu gestalten?
  • Wie kann eine Trennung von Sport + Freizeitnutzung in einem 50-Meter-Becken erfolgen?!
  • Vielleicht gibt es intelligente Lösungen, um „allen“ gerecht zu werden.

– Ideen zur Neugestaltung:

  • Sanierung mit Um- bzw. Erweiterungsbauten gegenüber Neubau
  • Attraktive Ergänzungen rund um das Freizeit und Sportzentrum (MGH, Vitamar, Scaterplatz)
  • Was passiert mit der etablierten und angenommenen Gastronomie?

Jetzt kann ein Basicengineering Aufwand in Zeit und Geld betrachten

  • Bauzeiten der Sanierung gegenüber Neubau (bei der Detailplanung aller Gewerke ist ein optimales Ergebnis zu erzielen)
  • energetische Betrachtung für die komplette Bauphase (CO2 Fußabdruck)
  • Bauzeitenermittlung, Kosten und Belastung im Umfeld (Straßen und Wege, Zu- und Abfahrten)
  • Dauer der Planungsphase unter der aktuelle Auslastung der Planungsbüros und Baugewerbes

Damit werden unbekannte Störgrößen im Projektablauf minimiert (man hat getan, was möglich ist), eine Entscheidung ist nachvollziehbar und die Akzeptanz für die Bürgerinnen und Bürger ist gegeben.

Und jetzt beginnt das Detailengineering.

Lasst einfach keine Salamitaktik zu!

PS: wurde das Thema Subventionen schon geprüft?

„Das Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ ist Teil des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung und zielt auf die Behebung des Investitionsstaus bei der sozialen Infrastruktur. Gefördert werden investive Projekte mit besonders sozialer und integrativer Wirkung.

Sport, Jugend- und Freizeiteinrichtungen kommen im Hinblick auf die soziale und gesellschaftliche Integration eine zentrale Rolle zu. Sie unterstützen in besonderem Maße den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sie sind oftmals wichtige Ankerpunkte im direktem Lebensumfeld der Bürger. Sie setzen deutlich sichtbare Impulse für die Kommune, die Region, den sozialen Zusammenhalt und die Integration, den Klimaschutz, aber auch für die Stadtentwicklung erreicht werden.

Ein Qualitätsmerkmal der Projekte ist eine gute Einbindung in das städtische Umfeld, um eine entsprechende Aufwertung der Quartiere zu erreichen. Dies gelingt insbesondere in enger Zusammenarbeit mit Vereinen, Trägern, Verbänden, Quartiersmanagement.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des BMI zum Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“: www.sport-jugend-kultur.de

Quelle: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/FP/ZIP/kommunale-einrichtungen/kommunale-einrichtungen-node.html

Wie dem Main-Echo vom 01.03. zu entnehmen war gibt es auch in der Stadt Aschaffenburg Überlegungen für ein neues bzw. saniertes Schwimmbad, da dort der Bedarf größer als die vorhandenen Kapazitäten ist. Vielleicht wäre eine Absprache sinnvoll.

Für alle, die die Präsentation nicht sehen konnten:
 Präsentation, die auf der Infoveranstaltung gezeigt wurde


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