Plakate – ein Faschings-Gedicht

Helau!

Zur Faschingszeit ist‘s Tradition
in einem heit‘rem Plauderton
den Finger in die Wund‘ zu legen
und in Reimen abzuwägen,
was man so sagen kann und was wohl nicht.
Dafür gibt’s das Karnevalsgedicht.

Also, Ihr Närrinnen und Narren,
hört Ihr uns schon mit den Hufen scharren?
Passend jetzt zur Wahlkampfzeit
machen sich Parteien auch bei uns bereit,
Eure Stimmen einzufangen.
Und dafür braucht man – richtig! – Stangen.

Laternen, Bäume oder auch ‘nen Pfahl –
wo überall Plakate hängen – ach, egal!
Sind Stolperfallen, klau‘n die Sicht.
Straßen, Plätze – alles dicht.
Hängen zu früh, zu hoch, zu sturmanfällig,
bei Regen wer‘n sie doof und wellig.

Auf allen uns‘ren Wegen
grinst uns ein Gesicht entgegen.
Und junge Leute hört man lästern:
„Plakate sind ja sooo von gestern!
Wir holen uns die Infos ohne viel Tamtam
bei Twitter, Snapchat, Instagram.“

Deshalb Leute, lasst uns nicht mehr hetzen
und die Narrenkappe gegenseitig aufzusetzen.
Ein einziges Plakat mit allen Kandidaten,
das wär‘ doch was! Die Leute könnten dann sogar noch raten,
wer von den zu wählenden Gemeinderäten,
welche Ortspartei wird wohl vertreten?

Ein Plakat, mit Jungen und mit Alten,
das wär‘ ein Zeichen fürs Zusammenhalten.
Ein Plakat für alle hier!
Das schont – ganz nebenbei – die Nerven und Papier.
Mal seh‘n, die nächste Wahl die kommt, genau,
2026 – bis dahin sagen wir: Helau!

Carla Diehl

Zu diesem Thema passt auch folgender Leserbrief (Mitteilungsblatt Kleinostheim vom 06.02.2020)

Neue Lösungen statt Plakate-Dschungel
Der plötzlich entstandene Plakate-Dschungel am Wochenden hat uns gezeigt, dass sich etwas ändern sollte:
Fast alle Parteien haben gegen die selbst auferlegten Regeln verstoßen: Plakatierung vor dem Stichtag (d.h. bereits am Samstagmorgen), Plakate an Sichtachsen von Kreuzungen und an Verkehrsschildern (beides Verkehrsgefährdung), Plakate in der Bannmeile (Kirchstraße zwischen Schiller- und Goethestr.). Manche Plakate behindern gar Fußgänger und Rollstuhlfahrer an Gehwegen. Erlaubt, aber meiner Meinung nach nicht schön, sind die Plakate und Banner, die an Bäumen angebracht wurden. Es ist ein Wettkampf um die besten Plätze.
Lasst uns das zum Anlass nehmen, die Plakatierungsverordnung gemeinsam zu ändern, z. B. nach Vorbild von Kahl oder Goldbach mit einer limitierten Anzahl von Plakaten an zugelassenen Plätzen. Das eingesparte Geld könnte lokalen Projekten (Kindergärten, Feuerwehr, Rotes Kreuz, …)  zu Gute kommen und die eingesparten PVC-Banner, Papp- und Plastikplakate wären ein Beitrag zum Umweltschutz.
Stattdessen werben die Politiker*Innen in ihrer Amtszeit mit nachvollziehbaren und guten Entscheidung. Die Veröffentlichung ausführlicher Sitzungsprotokolle mit Abstimmverhalten macht Politik verständlich, transparent und attraktiv. Und sicherlich gibt es noch viele weitere gute Ideen, damit sich Wähler*Innen gut informiert fühlen (Kandidaten-Speed-Dating, Wahl-Forum, Wahl-o-mat). Die meisten davon sind allemal besser als dieser Plakatierungs-Irrsinn.  
Olav Dornberg

Und hier noch ein paar Bilder, damit man versteht, dass es hier um Verkehrssicherheit geht (die betroffenen Partieen wurden schon vor Wochen informiert und selbstverständlich auch der Bürgermeister). Einige Plakate sind verschwunden (vom Wind), weitere eben noch nicht.

Wenn du auch Bilder hast von gefährlicher Plakatierung, dann schicke uns diese zu, damit wir – wie in Goldbach und Kahl – eine sinnvolle Regelung anregen können.

Vorbild: Vereinzelte gemeinsame Plakatwände in Kahl.

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