Ein Faschingsgedicht

An Fastnacht ist es alte Tradition,
in einem heit‘ren Plauderton,
„denen da oben“ mal zu stecken
(ohne Hunde, die noch schlafen, aufzuwecken!),
was – herrje, wie sag ich’s diplomatisch –
nicht so läuft im Ort – mal lustig, mal dramatisch.

Diesmal sind die Tempo-Schilder dran.
Rund und eckig sind sie, je nach Plan.
„Achtung Vorfahrt“, fünfzig, dreißig –
beim Schildaufstellen sind wir fleißig.
Wo gilt was? Ab wann? Wie lang?
Fahrern wird hier angst und bang.
Es ist manchmal zum Haare raufen!
(Okay, man könnt‘ die Strecke ja auch laufen …).

Will man Gehirn und Fußgelenk so richtig stählen,
ist ne Fahrt die Kirchstraß‘ lang besonders zu empfehlen.
Erst Tempo 30, rechts vor links? Wie war denn das?
Tempo 50 nah der Schule? Das ist krass!
Hände klammern sich nervös ans Lenkrad.
Gottseidank, da ist das Schwimmbad.
Auch an der Goethestraße oder der B 8
halten Schilderreihen Wacht.
Steh‘n stumm am Straßenrand, um uns zu leiten,
dicht an dicht – und das in Corona-Zeiten!

Wenn Tempo 30 überall würd‘ gelten,
wär‘n zwar die Jobs der Schildermacher selten.
Doch Werbeschilder sind ne gute Alternative.
Ich hätt‘ Ideen für Motive:
„In Kleinostheim ist es schön“ oder auch:
„Bei uns ist Radfahr‘n neuer Brauch“.
Doch mein allergrößter Favorit
ist: „Bei uns gibt’s jetzt auch Gigabit“.

Statt der Tempo-Schilder könnte man auch Bäumchen pflanzen
und zu Fastnacht drunter tanzen.
Und weil wir diesmal gar nicht feiern dürfen,
Sekt und Bier zu Hause schlürfen,
schlag ich vor, an allen Straßen und auf Plätzen
jedem Schild ne Narrenkappe aufzusetzen.

Helau

Carla Diehl, Gemeinderätin
carla.diehl@gruene-kleinostheim.de

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