Walderkundung mit Niklas Wagener


Informativ und fröhlich war die Walderkundung mit Bundestagskandidat Niklas Wagener am Sonntag, 29. August. Nach dem Zusammentreffen am Parkplatz Anglersee stellte der angehende Förster den 16 Teilnehmer*innen an mehreren Stationen entlang des Mainwanderwegs verschiedene Themenpunkte rund um den Wald vor.


Holz als Baustoff
Holz ist ein Baustoff, der viele Vorteile hat. Holz bindet CO2 für viele Jahre. Bei Zement hingegen ist die Herstellung einer Tonne mit CO2-Emissionen von rund 600 kg verbunden.
Die Verwendung als Baustoff ist zudem einer Verbrennung als Energieträger vorzuziehen. Bei der Verbrennung von Bäumen, die  über hunderte von Jahren gewachsen sind, wird kurzfristig das gesamte gespeicherte Kohlendioxid freigesetzt. Leider gibt es Überlegungen von Kraftwerkbetreibern, statt Braunkohle nun auf Holzpellets umzusteigen. Das aber würde gewaltige Holzmengen erfordern, die die Nachfrage weiter steigen lässt. Der Export und die fehlenden regionalen Sägewerke sind ein Mitgrund, warum der Preis für Bauholz beim Vierfachen des Normalwerts angekommen ist.


Totholz als Lebensraum
Totholz im Wald zu lassen, bindet ebenfalls Kohlendioxid. Daneben speichern abgestorbene Bäume Regenwasser und schützen damit vor Überschwemmungen. Und: Totholz bietet Lebensraum für viele Tier- und Vogelarten, Käfer und Pilze. Somit braucht es Totholz für  Artenvielfalt im Wald, die wichtig für ein stabiles Ökosystem und somit auch für das menschliche Leben auf diesem Planeten ist.


Windkraft im Wald
Abgestorbene Bäume schützen den Wald auch vor zu viel Sonne. Unerwünschte Büsche und Bäume verdrängen dann Eiche und Buche. Am Beispiel einer mit Brombeerbüschen überwucherten Stelle erklärte Wagener, wie man die Freiflächen nutzen könnte: Windkraftanlagen – die heute immer leiser werden – installieren und anschließend darunter den Wald wieder wachsen lassen. Wagener: „Und wenn es irgendwann eine besserer Technologie für erneuerbare Energien gibt, baut man die Windräder wieder ab. Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, dürfen wir aber nicht länger warten, sondern müssen jetzt handeln.“


Wald vor Wild
Nicht nur der Mensch, auch Rot- und Rehwild setzen dem Wald zu. Niklas Wagener betonte, dass die Jagd für Grüne kein einfaches Thema sei – aber notwendig, um den Wald und das ökologische Gleichgewicht zu schützen. Seine Devise: „Wald vor Wild“.
Nachdem das Bundesjagdgesetz auch in der vergangenen Legislatur von der Tagesordnung gestrichen wurde und immer noch zu großen Teilen aus der Feder Hermann Görings (Reichsjagdgesetz) stammt, muss es in der  kommenden Legislaturperiode unbedingt gelingen, gemeinsam mit der Forstwirtschaft und der Jagd das Gesetz zu novellieren – auf Grundlage  der neuesten jagdlichen, waldbaulichen und wildbiologischen  Erkenntnisse. Damit eine artenreiche Natürverjüngung im Wald wieder  möglich ist.
Natürlich drehte sich auch beim Ausklang im Schluchthof alles um ein Thema: den heimischen Wald und wie wir ihn schützen können.

Tino Fleckenstein, Sprecher
tino.fleckenstein@gruene-kleinostheim.de


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