Ortsentwicklung

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Schwerpunkt Ortsentwicklung – Wie geht es in Kleinostheim weiter?

Bericht zum Grünen Treffen (Teil I)

Zum grünen Treffen am 2. August hatten sich wieder viele Interessent/innen und Mitglieder eingefunden. Schwerpunkt war die weitere Ortsentwicklung in Kleinostheim. Nach einer einleitenden Vorstellung des Flächennutzungsplans und der Bebauungsplansituation wurde rege über die zukünftige Entwicklung Kleinostheims diskutiert.

Der Flächennutzungsplan weist noch etliche künftige Baugebiete aus. Dort sind heute meist Agrarflächen oder auch Grünflächen, die dann wegfallen würden. Neben dem nun beschlossenen Gewerbegebiet am Burgweg und dem aktuell diskutieren Gewerbegebiet an der Frankfurter Straße ist zwischen Bahnlinie, Saaläckerstraße und Autobahn ein weiteres Gewerbegebiet ausgewiesen. Sollte es realisiert werden, bliebe zwischen Bebauung und Autobahn lediglich ein Grünstreifen von rund 50 Metern übrig.

Einmal realisierte Baugebiete können später kaum mehr rückgängig gemacht werden. Diese Flächen sind dann für die Naherholung, die Agrarnutzung oder als Grünflächen dauerhaft verloren. Vor diesem Hintergrund sollte ein flächensparendes Vorgehen bei der Weiterentwicklung der Gemeinde Priorität haben. Ausreichende Grünachsen sollten auch in Zukunft zum Bild der Gemeinde gehören.

Wie können wir Flächen einsparen?

Dort wo es möglich ist, können Gebäude aufgestockt oder von Anfang an mehrgeschossig gebaut werden. Auf Supermärkten oder Gewerbebauten wurden andernorts Wohnungen aufgesetzt, um die Flächen zu nutzen. Ähnliches hätten wir uns von vornherein beim Projekt Kinderkrippe gewünscht. Warum nicht barrierefrei erreichbare Seniorenwohnungen im zweiten Stock? Betreffend Wohnungsleerständen oder wenig genutzten Häusern wären Anreize für die Eigentümer zu schaffen, um Mietwohnungen zu gewinnen.

Bebauungsplanung bedeutet auch Verkehrsplanung

Bebauungsplanungen müssen stets mit der Verkehrsplanung verknüpft werden. Mehr Gewerbe oder Wohnungen bedeuten erst einmal mehr Verkehr. Die Frage ist dann, wie er abgewickelt wird. Entstehen vor allem Einfamilienhäuser, lohnt kaum eine Nahverkehrserschließung dieser Gebiete. Für das östlich des Wingerts (nördlich Sportlerheim) eingezeichnete Wohngebiet kommt hinzu, dass mit der gegebenen Infrastuktur eine direkte Nahverkehrsandienung schwierig wird.

Sollten Wohn-/Mischgebiete (z.B. im Bereich Friedhof/B 8) realisiert werden, sind aufgrund der verschiedenen Vorteile kompakte Mehrfamilienhäuser die bessere Wahl. Sie bieten auf relativ wenig Fläche vielen Menschen preisgünstigeren Wohnraum und eine effizientere Energienutzung. Da Mehrfamilienhäuser oft mit Tiefgaragen gebaut werden, wird weniger Fläche für Autos benötigt.

Fahrradabstellanlagen statt Parkplätze

Eins zu acht lautet das Verhältnis, wenn ein Parkplatz in einen Fahrradabstellplatz umgewandelt wird. Dringend geboten wäre das unter anderem in der Goethestraße. Hier fehlen einerseits gute Radabstellanlagen, andererseits ist der Parkraum relativ knapp. Hier mehr auf das Rad zu setzen, würde Flächen einsparen und die Situation entschärfen. Denn wo bisher ein Fahrzeug abgestellt wurde, passen dann bis zu acht Fahrräder hin.

Rund 6300 Fahrzeuge im Ortsgebiet, darunter 5300 PKW (stat. Landesamt, 2017) benötigen Fläche – vor allem, wenn sie nicht in Tiefgaragen abgestellt werden. Während in unserer Region 600 Autos auf 1000 Einwohner kommen, konnte die Quote in Freiburg-Vauban auf rund 180 Kfz pro 1000 Einwohner abgesenkt werden – bedingt durch ein gute Rad- und Fußweggestaltung sowie ein dichtes Carsharing- und ÖPNV-Angebot.

Wichtig ist aus unserer Sicht, vor größeren Schritten in der Ortsentwicklung eine Bürgerbeteiligung auf den Weg zu bringen und die Bürger/innen dazu zu befragen.

                                                                                                          Tino Fleckenstein

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