Komfortspur in der Kirchstraße – ein holpriger Weg

Die langwierige Entscheidungsfindung für eine Komfortspur in der Kirchstraße konnte in der Bauausschusssitzung vom 14. Oktober (jetzt zum 7. Mal auf Tagesordnung*) nicht zum Abschluss gebracht werden. Das vorgelegte Planungsergebnis entsprach in keiner Weise den Vorstellungen der Ausschussmitglieder*innen.

Denn: Die geplanten Pflastersteine haben das gleiche Format und die gleiche Farbe, lediglich die Oberfläche ist glatter. Stolperkanten und Unebenheiten sind auch in Zukunft vorprogrammiert. Sehbehinderte können die Komfortspur nicht erkennen. Gerade der Farbkontrast ist für die Wahrnehmung der Komfortspur aber entscheidend. Der Weg auf der Schulseite, ohne Querungen zur gegenüberliegenden Seite oder zum Kirchplatz, ist außerdem nicht praxisgerecht.
Nach einer intensiv geführten Diskussion wurde schließlich eine „unscharfe“ Revisionsplanung in eine weitere Planungsrunde verabschiedet. Es war nicht erkennbar ob der Planer das Ergebnis im Dialog mit der Verwaltung geführt hat, um die Barrierefreiheit nicht nur für Gehbehinderte (Rollstuhl, Rollatoren) und Kinderwagen, sondern auch für Sehbeeinträchtigte und Blinde, zu verbessern.
Wie könnte die Projektabwicklung in Zukunft konstruktiv, zielgerichtet und zügiger ablaufen?

Wir sind überzeugt, dass das mit der Einbeziehung des Expertenwissens vor Ort möglich ist. Mit der Einrichtung eines Senioren- und Behinderten-Beirats und dessen Anwender-know-hows wären schon frühzeitig praxistaugliche Lösungen entstanden und künftige Probleme minimiert worden. Dass mit der für barrierefreies Bauen vorgesehene DIN 18040-1 klare Vorgaben berücksichtigt werden, die auch aus der Praxis stammen und im Allgemeinen sehr sinnvoll sind (z.B. Breite, Querneigung, Farbkontrast etc.) ist dafür unumgänglich.

* Aus den zugänglichen Ausschussprotokollen sind bisher Beauftragungen in Höhe von 25.967,65 Euro beschlossen worden.
Erste Beratungen im Bauausschuss waren im April 2017.

MITdenken – MITmachen – MITentscheiden dafür stehen wir.
Friedolf Bickel

Links:

Beispiel aus Aschaffenburg: ebene Betonplatten mit kleinen Fugen. Optisch könnte sicherlich noch besser sein. Aber: die Komfortspur ist erkennbar.

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