Glasfaserausbau: sehr erfreulich, aber …

Gemeinderat gibt Freigabe zu Glasfasernetzausbau – aus Fehlern lernen:
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 26. Juni grünes Licht für den eigenwirtschaftlichen Ausbau einer Glasfaserinfrastruktur (Fiber to the home / FttH) durch die Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH gegeben. Mit der jetzt noch abzuschließende Vereinbarung zur Wegenutzung kann das Projekt Glasfaserausbau in Kleinostheim in die nächste Runde gehen.
Wenn die Wegenutzungvereinbarung (=Verlegung und Aufbau der Glasfaserinfrastruktur auf öffentlichem Grund) abgeschlossen ist, wird die Wirtschaftlichkeit des neuen Netzausbaus von ausreichend abgeschlossenen Anschlussverträgen von Privat- und Geschäftskunden maßgebend bestimmt.
So lag die Entscheidungshürde zum Netzausbau in den „WeSpe“ Gemeinden Bessenbach, Haibach, Laufach, Sailauf und Waldaschaff bei 40 Prozent. So viele Haushalte mussten sich für einen Glasfaseranschluss entscheiden, um den Ausbau rentabel zu machen.
Erst wenn dieses wirtschaftliche Ergebnis erreicht ist, kann es in die Planungs- und Ausführungsphase gehen.
Wir begrüßen die Entscheidung, haben in der Gemeinderatssitzung aber darauf hingewiesen, in die Vereinbarung Korrekturen aufzunehmen, um den Aufwand der Gemeinde für Mängelbeseitigungen von Baumaßnahmen und auch Abwicklungsprobleme in der Bauausführung zu minimieren.
Wegen aktueller Negativbeispiele im Spessart (besonders in Laufach und Bessenbach, siehe Links unten) hatte nach Aussage des Bürgermeisters die Verwaltung schon Verbesserungen in die Vereinbarung mit aufgenommen.
Die Probleme vor Ort sind unter anderem durch Verständigungsprobleme mit den eingesetzten Subunternehmen aus dem europäischen Ausland, die Gleichzeitigkeit von vielen Bautrupps, nicht eingehaltene Fristen in der Ankündigung von Baumaßnahmen, Probleme bei der Qualitätssicherung in der Ausführung und auch bei der Einhaltung von Arbeitszeiten entstanden. Zur permanenten Überwachung wurde deshalb auf Kosten der Kommunen ein Ingenieurbüro eingesetzt.
Wir möchten betonen, dass das nicht unbedingt der Regelfall sein muss. Aber es ist jetzt noch möglich, die Erfahrungen aus dem nahen Umland zur Optimierung der Vereinbarung einzubringen.
Wir gehen davon aus, dass damit Folgekosten reduziert werden können und die Mängelbehebung durch die Deutsche Glasfaser geregelt sein wird.
Details zum idealen Projektablauf findet man ortsbezogen unter
https://www.deutsche-glasfaser.de/netzausbau/bayern/ und für die o.g. Orte Laufach, Bessenbach unter dem Projekt Glasfaserausbau
https://www.wespe.bayern/projekte/aktuell/

Friedolf Bickel, Gemeinderat
Fraktionssprecher der Grünen
friedolf.bickel@gruene-kleinostheim.de

Weitere Links zu diesem Thema:

„Krisengespräch zwischen der WESPE (=Westspessart-Gemeinden: Glasfaser-Ausbau in Bessenbach, Haibach, Laufach, Sailauf und Waldaschaff) und der Deutschen Glasfaser“: https://www.glasfaser-wespe.de/

„Glasfaser-Leitungen: Laufach lässt Arbeit überwachen. Gemeinderat: Mangelhaftes Material eingebaut, schlechte Pflasterung und unzureichende Verkehrssicherung.“ siehe Main-Echo

„West­spess­art-Gemeinden unzufrieden mit Deutscher Glasfaser: Bauarbeiten ruhen, Krisengespräch anberaumt.“ siehe Main-Echo

„Waldaschaff: Glasfaser-Ausbau vorerst gestoppt
Gemeinderat: Erst Fahrbahndecke erneuert, dann für Glasfaserkabel wieder aufgerissen.“ siehe Main-Echo

Hintergrund: Hier geht es nicht um das geförderte Gigabit-Projekt, welches unabhängig hiervon für alle Unternehmen und Gewerbebetriebe – gleich welcher Größe – der Gemeinde ausgebaut wird: https://www.main-echo.de/regional/stadt-kreis-aschaffenburg/mit-19-millionen-aus-muenchen-auf-die-digitale-ueberholspur;art3986,7043012
Die Deutsche Glasfaser baut eigenwirtschaftlich, d.h. ohne Mittel von außen, das Glasfasernetz für die privaten Haushalte aus (-> Tarife).

4 Kommentare

  1. Dr. Helmut Siegert

    Herzlichen Dank für die Aufklärung!!! Die „amtlichen“ Informationen der Gemeindeverwaltung im letzten Mitteilungsblatt waren schwer verständlich (ich musste erst einmal „googlen“), da im „schönsten“ Amtsdeutsch geschrieben.

    Viele BürgerInnen vermuten, dass es hier einen Zusammenhang zum „Gigabit-Projekt“ gibt – so erging es mir auch.

    Zum Nutzen: wir haben eine 100 Mbit/sec-Verbindung via altem Kupferkabel – das reicht uns völlig aus. Warum sollten wir also unseren Vorgarten aufreißen und im Haus (auf eigene Kosten)) die schicken Glaserfaserkabel verlegen?

    Bitte hinterfragt weiterhin manche gut gemeinten (innovativen) Maßnahmen. Im Voraus herzlichen Dank.

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    • Olav

      Hallo Helmut, wir sind absolut nicht gegen das Projekt, sonder befürworten dies ausdrücklich. Nur möchten wir, dass bei der Vertragsausgestaltung (anfangs wurde dieser als Standardvertrag) die Erfahrungen aus den Nachbargemeinden mit einfließen.
      Die schnelle Internetanbindung ist nicht nur ein Standortvorteil für Gewerbe und Handel. Wie die Corona-Krise gezeigt hat, ist ein schnelles Internet auch für private Haushalte sehr wichtig. Man denke nur an Home-Schooling oder Home-Office. Von daher ist es tatsächlich ein Glück, dass das Gigabit Projekt für Gewerbe und Handel in Kleinostheim startet. Hier hat auch die Vewaltung dafür gesorgt, dass auch kleine Gewerbetreibende durch dieses Projekt mit einen Glasfaseranschluss versorgt werden. Und um die privaten Haushalte kümmert sich nun die Deutsche Glasfaser GmbH. Auch das sehen wir als sehr positiv an und denken, dass sich sehr viele darauf freuen.

      Antworten
      • Helmut Siegert

        Hallo Olav. Da habe ich Euren Text wohl anders verstanden. Meine Hoffnung ist, dass Home-Schooling bald der Vergangenheit angehört und für Home-Office reicht (das sind unsere langjährigen Erfahrungen) eine 100 Mbit-Leitung völlig aus. Und dann sind da noch die (unbekannten) Anschlusskosten.

        Was das Gigabit-Projekt angeht: um in den Genuss eines solchen Anschluss zu kommen, muss man offensichtlich in einem Gewerbegebiet wohnen – zumindest haben wir kein Angebot für eine Teilnahme bekommen.

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        • Olav

          Hallo Helmut. Frag mal bei der Verwaltung nach: ich denke, dass ihr auch beim Gigabit-Projekt mit dabei seid.
          Anschlusskosten beim eigenwirtschaftlichen Ausbau der Deutschen Glasfaser sind meines Wissens Null, wenn man sich gleich am Anfang anmeldet. Link zum Tarif steht oben. Zur Vertragslaufzeit beträgt zwei Jahre.
          P.S.: sicherlich soll Home-Schooling der Vergangenheit angehören. Sollte sich so eine Pandemie aber wiederholen, müsste man hier besser vorbereitet sein und dies als Plan B in der Tasche haben. Dazu gehört aber sicherlich nicht nur die Infrastruktur, sondern auch Schulung der LehrerInnen, Hardware, etc…. Was ich sagen wollte: am schnellen Internet führt kein Weg vorbei. Und daher ist es mehr als löblich, dass unsere Verwaltung hier so engagiert ist.

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