Wir müssen über MÜLL reden!

In Kleinostheim wird immer mehr Müll illegal auf der Straße, den Feldern, im Wald, an Container-Plätzen und Spielplätzen entsorgt. Auch die schwarzen Tüten mit Hundekot, Windeln und Zigarettenkippen landen in der Natur. Wir haben bei der Gemeinde nachgefragt, warum die Müllhinterlassenschaften nicht weggeräumt werden und bekamen als Antwort: Sie werden weggeräumt. Doch kaum ist es sauber, stellt der oder die nächste Müllsünder*in sein Hab und Gut ab.
Besonders in der Corona-Zeit hat die illegale Müllentsorgung zugenommen. Es ist nicht schön, wenn man die Natur genießen möchte und überall liegen Einwegbecher, Pizzakartons und Burger-Schachteln herum. Das schadet der Natur. Tiere können sich in Plastik verheddern oder versehentlich Plastik essen und daran verenden.
Wussten Sie, dass eine Zigarettenkippe 40 Liter Grundwasser verseucht? Und es dauert bis zu 7 Jahre, bis die Kippe vollständig verrottet ist. Organische Lebensmittel wie Obst- und Gemüsereste verrotten sehr schnell. Äpfel z.B. innerhalb von zwei Wochen. Orangen- und Bananenschalen brauchen etwas länger, je nach Temperatur ca. 2 bis 3 Jahre. Papier, z.B. Müsli-Schachteln, brauchen ungefähr sechs Wochen. Viele Pappschachteln sind allerdings mit Kunststoff, Klebstoff oder Lack beschichtet, dadurch verlängert sich die Dauer, bis es vollständig verrottet ist.
Kunststoffe sind häufig nicht biologisch abbaubar. Plastiktüten benötigen 10 bis 20 Jahre, PET-Flaschen bis zu 500 Jahre.

Verrottungszeiten:

·        Zeitung 1 – 3 Jahre
·        Bananenschale 1 – 3 Jahre
·        Taschentuch 2 – 7 Jahre
·        Zigarettenkippe 2 – 7 Jahre
·        Kaugummi 5 Jahre
·        Nylonfaser 60 Jahre
·        Plastiksack 120 Jahre
·        Blechdose 10-100 Jahre
·        Plastikflasche 500 – 1000 Jahre
·        Babywindel 500 Jahre
·        Styropor 6000 Jahre (nicht messbar)
·        Batterie 100 – 1000 Jahre
·        Glasflasche (ganz) bis zu 50.000 Jahre

Wenn Sie eine/n Müllsünder*in auf frischer Tat ertappen, sprechen Sie sie oder ihn an, notieren sie die Autonummer und zeigen es an. Für illegale Müllentsorgung gibt es zu Recht empfindliche Geldstrafen. Wir sollten das nicht weiter hinnehmen. Wir sollten handeln. Überall stehen öffentliche Mülleimer. Sollte kein Mülleimer in der Nähe sein, kann man seinen Abfall auch mit nach Hause nehmen und dort entsorgen. Werden mehr Mülleimer gebraucht, kann man sicher bei der Gemeinde einen Antrag stellen. Melden Sie sich, wir kümmern uns darum.

Besser Müll vermeiden als entsorgen

Zum Beispiel Immer eine eigene Einkaufstasche mit zum Einkaufen nehmen und auch für Obst und Gemüse Mehrweg-Beutel verwenden, anstatt zu Papier oder Plastikbeutel zu greifen.
Es gibt mittlerweile schöne To Go Becher, die man mitnehmen kann, anstatt den Papp- oder Plastikbecher zu verwenden. Oder warum sich nicht einfach mal ein bisschen Zeit nehmen und den Kaffee in Ruhe aus einer richtigen Tasse genießen? Alleine das spart mehrere Tonnen Müll im Jahr. In Deutschland werden stündlich 320.000 Einwegbecher verbraucht. Deren Produktion benötigt jährlich zehntausende Tonnen Holz und Kunststoff sowie Milliarden Liter Wasser.

Jeder von uns kann etwas tun. Am besten ist man ein positives Vorbild für andere und macht darauf aufmerksam, wenn die Dinge nicht richtig laufen.
Dieses Jahr ist wegen Corona die Aktion „Sauberer Landkreis“ ausgefallen.

Wir haben bereits das Landratsamt angeschrieben, ob die Aktion nicht im Herbst nachgeholt werden kann. Sollte das nicht klappen, organisieren wir für Kleinostheim selbst eine Müll-Sammel-Aktion.

Ideen willkommen

Wir sammeln Ideen, was man noch tun könnte, um gegen die illegale Müllentsorgung vorzugehen. Wer Ideen hat, kann sich bei uns melden.

Außerdem möchten wir die KleinostheimerInnen dazu aufrufen, in ihrem eigenen Umfeld aktiv zu werden: Beim Gassi gehen, auf der Jogging-Strecke („Plogging“), beim Familien-Spaziergang. Alles was rumliegt, einfach mit nach Hause zu nehmen und entsorgen.

Wir würden uns freuen, wenn ihr uns Bilder von eurer eigenen Sammelaktion schickt.

Aktiv gegen Müll, für ein besseres Miteinander!

Sabine Dornberg, Gemeinderätin
sabine.dornberg@gruene-kleinostheim.de

Link zum Deutsche Städte- und Gemeindebund: Saubere Kommune –Rote Karte gegen den wilden Müll (DStGB-DOKUMENTATION NO 38)

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2 Kommentare

  1. Guter Beitrag! Der Müll in der Landschaft ist wirklich ein ärgerliches Problem: Im Frühjahr lag eine Menge Hausratmüll ganz in der Nähe unserer Bienenkästen. Da ich diese Menge mit meinem PKW nicht entfernen konnte, hatte ich das Landratsamt benachrichtigt. Innerhalb von einer Woche wurde der Müll dankenswerterweise von Gemeindearbeitern beseitigt.

  2. Vielen Dank für diesen wichtigen Beitrag, liebe Frau Dornberg! Bei meinen Spaziergängen in Kleinostheim ab Bahnhof Richtung Vitamar, Schrebergärtchen und Wald-/Feldrand stelle ich auch fest, dass die Menschen immer wieder Plastik in die Natur werfen. Das ist wirklich schade. Wenn Plastik im Feld landet, kann er irgendwann sogar auch auf unserem Teller landen. Mittlerweile hebe ich regelmäßig Plastikmüll auf und entsorge ihn über die Mülltonne …
    Aber ich frage mich, ob es vielleicht helfen könnte, wenn z. B. am Vitamar-Zaun Schilder aufgehängt werden … mit einem Spruch, der zum Nachdenken anregt; wie z. B.
    „Es ist doch nur ein Strohhalm“, sagten 8 Milliarden Menschen.“(Unbekannt)