Kinderkrippe auf der Zielgeraden


Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montag mehrheitlich der Umplanung des Außengeländes der Kinderkrippe zugestimmt.

Diese nachträgliche Detailänderung war zwingend notwendig geworden, um den natürlichen „Rest-“Baumbestand einer Kastanie zu erhalten.

So werden jetzt vermeidbare zusätzliche Kosten von bis zu 85T€ (inkl. zusätzlicher Wichtelhütte für 6T€) zu tragen sein.

Diese Mehrungen ergeben sich durch die aufwändige Umplanungsleistung (siehe Skizzen) des Architekturbüros, den Vorgabenänderungen für den Gartenbaufachbetrieb (eingeschränkter Zugang durch die Fertigstellung der Parkplätze, Sommer- statt Winterbepflanzung, Neuvergabe der Leistung) und eventuelle Kosten beim Träger wegen einer möglichen späteren Eröffnung der Krippe (bereits vorgelegt bzw. angekündigt).

Bei einer sorgfältigen Planung und die Kontrolle durch die beauftragte Projektsteuerung wäre der Baumbestand frühzeitig aufgenommen worden und der Erhalt in die Planung eingeflossen.

Es ist also nicht ausreichend, dem Gemeinderat nur über anstehenden Vergaben von Gewerken oder von Teilausführungen zu berichten, sondern auch, ob die Aufgaben in allen Teilbereichen klar und eindeutig gelöst werden können.
Wir freuen uns über die Rettung des Baumes zum Wohl aller zukünftigen Kinder der Krippe.

Friedolf Bickel, Gemeinderat und Fraktiosvorsitzender B90/Die Grünen
friedolf.bickel@gruene-kleinostheim.de


Was wurde nun am Außenbereich geändert, damit die „Bobbycarbahn“ gebaut werden kann, ohne die Baumwurzeln und somit den Baum zu gefährden?
Hierzu haben wir zwei Skizzen angefertigt, die das verdeutlichen:

In der ursprünglichen Planung war die Verbindung der äußeren Bahnringe sehr nah um den Baum gelegt.
Grund hierfür war das Gefälle vom Baum zum Gebäude.
Nun wurde die Verbindung der beiden Ringe direkt ans Gebäude gelegt und somit weiter weg vom Wurzelbereich des Baumes.
Das Gefälle vom Baum zum Bebäude wir mit Natursteinen abgefangen. Hierdurch wurde neben der zusätzlichen Wichtelhütte als weiterer Vorteil auch die Freifläche/Spielfäche für die Kinder auch deutlich vergrößert.
Der neue Plan ist somit in vielerlei Hinsicht eine Verbesserung des alten Planes.
Es stellt sich die Frage: warum nicht gleich so geplant wurde.

Was lernen wir daraus für die Zukunft?

Baumschutz beim Bauen ist ein wichtiges Thema, denn die Bäume haben – wie hier – eine wichtige Funktion (Kühle, Schatten, Luftreinigen, Ortsbild, ….) und einen hohen Wert.
Folgendes sollte künftig vermehrt Beachtung finden:

  • Baumschutz in der Planungsphase beachten: sind Bäume vorhanden? Zustand der Bäume? Beeinträchtigt die Baumaßnahme Bäume? Welche Schutzmaßnahmen können realisiert werden?
  • Baumschutz bis zur Fertigstellung umsetzten
  • Auf Regelwerke hinweisen und beachten: DIN 18920 (2014), RAS-LP4 (1999), DWA-M162 (2013), Informationsblatt zum Bauschutz auf Baustellen,
  • Fachleute früh einbeziehen

siehe auch Fachvortrag „Bäume, Schutzmaßnahmen und Standortssanierung“
von Michael Müller-Inkmann (Sachverständigenbüro BAUM UND BODEN ,Wiss. Mitarbeiter Hochschule Osnabrück)

Weiterführende Links zum Thema Baumschutz:
https://baumkontrolle-im-netz.de/
https://www.habitatbaum.com/


Link zu unserem Beitrag zum Erhalt der Kastanie:
https://gruene-kleinostheim.de/2021/02/kinderkrippe-kastanienbaum/


1 Kommentar

  1. Olav Dornberg

    Leserbrief zum Thema: Erhalt der Kastanie im Außenbereich der neuen Kinderkrippe:
    Die Lösung ist einfach, man muss sie nur finden
    Ich möchte mich beim Gemeinderat und den Bürger*Innen bedanken, die den Erhalt des alten Baumes ermöglicht haben. Dieser ist Grundlage für einen schattigen und kühlen Außenbereich. Auch im Kindergarten St.Laurentius erfreuen sich die Kinder an einem Kastanienbaum.
    Danken möchte ich auch der ausführenden Firma, die – im Gegensatz zum Architekten – rechtzeitig erkannte, dass mit der Durchführung des ursprünglichen Planes der Baum geschädigt worden wäre.
    Dass der Baum weichen müsse, wurde im Februar noch als „alternativlos“ dargestellt: Eine Planung der „Bobbycarbahn“ mit gleichzeitigem Erhalt des Baumes sei nicht möglich.
    Nun hat uns der Architekt selbst bewiesen, dass doch beides unter einen Hut zu bringen ist. Die Überschrift meines Leserbriefes vom Februar 2021 „die Welt ist voller Lösungen“ wurde somit bestätigt. Somit ist aus meiner Sicht der Zeitverzug und die daraus resultierenden Mehrkosten der suboptimalen Planung geschuldet.
    Für mich stellt sich nun die Frage, warum diese neue Lösung, die der Aufgabenstellung „Erhalt der Bäume“ entspricht, nicht schon von Anfang an ausgearbeitet wurde. Und es stellt sich ferner die Frage, ob man künftig in Verträgen mit Architekten und ausführenden Firmen solche wichtigen Punkte – wie der Erhalt der Bäume – konkret verankern sollte. Damit könnte man bei Nichterfüllung der Vorgaben Schadenersatz einfordern. Zwei andere, noch verbliebene Bäume sind wohl durch die Bauarbeiten so geschädigt, dass diese bald auch gefällt werden müssten.
    Nun bleibt die Gemeinde auf den Mehrkosten sitzen. Das gilt es in Zukunft zu vermeiden.
    Parallelen lassen sich auch zu anderen Projekten ziehen: so soll beim geplanten Umbau der B469 im Bereich Stockstadt eine Waldfläche von 14ha verschwinden und 22ha Boden versiegelt werden. Gleichzeitig soll durch dauerhaftes Abpumpen der Grundwasserspiegel abgesenkt werden. Und das in Zeiten von Wassermangel und Klimawandel. Auch diese Projekte sind nicht „alternativlos“.

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