Radschnellweg und Mainufer sind zwei Themen


Mitte März wurden im Hauptverwaltungsausschuss zu unserer Überraschung die Anträge von CSU und FDP/Grüne zur Umgestaltung des Mainuferwegs abgelehnt. Und das, obwohl sich im Sommer 2020 noch die Mehrheit des Gemeinderats einig war, dass dort für Radfahrende und Fußgänger*innen etwas getan werden muss.

Die Ablehnung im HVA erfolgte auch mit dem Hinweis auf die bevorstehende Machbarkeitsstudie „Radschnellweg Aschaffenburg – Hanau“. Diese Studie wird jedoch nicht, wie in der Sitzung mitgeteilt, im Sommer 2021 fertig. Erst Mitte 2021 wird mit ihr begonnen. Mit einem Ergebnis ist erst Ende 2022* zu rechnen. Das wurde im Ausschuss auf Kreisebene Anfang März bekannt gegeben und im Fahrradforum der Stadt Aschaffenburg bestätigt. Für die Umsetzung des Radschnellwegs könnten dann noch einmal viele Monate ins Land ziehen.

Zum einen kann die aktuelle Situation am Mainufer mit den bestehenden Konflikten nicht so lange warten:
Aus unserer Sicht ist es richtig, an die Planung zu gehen, statt noch mehr Zeit zu verlieren. Der Radverkehr ist jetzt schon stark gestiegen und nicht erst 2023. Deshalb war es für mehrere Gemeinderatsmitglieder aus verschiedenen Fraktionen folgerichtig, einen Nachprüfungsantrag zu stellen.

Zum anderen sind der Mainuferweg und ein möglicher Radschnellweg Aschaffenburg-Hanau aus unserer Sicht zwei völlig unterschiedliche Projekte:
Die für einen Radschnellweg mit der Zielgruppe Alltagsradler*innen erforderlichen Kriterien wie fahrbare hohe Geschwindigkeiten (25- 30 km/h), eine Breite von 4 m und eine möglichst konfliktfreie Führung ohne Fußverkehr vertragen sich keinesfalls mit den Ansprüchen, die an das Kleinostheimer Mainufer zu stellen sind.

Wir möchten keinen Radschnellweg* am Mainufer, sondern ein gutes Miteinander von Freizeitradler*innen und Spaziergänger*innen und allen anderen Nutzergruppen.

Es wäre deshalb eine Aufgabe der Gemeinde, in den vor uns liegenden Diskussionen mit dem Planungsbüro, der Kreisebene und den Nachbargemeinden klar zu machen, dass eine andere Route durch Kleinostheim abseits des Maingeländes zu wählen ist.
Aus unserer und vieler Expert*innen-Sicht ist die Führung nördlich bzw. östlich der Bahn zu favorisieren.


Portraitbild: Tino Fleckenstein

Tino Fleckenstein, Sprecher des OV Kleinostheim
tino.fleckenstein@gruene-kleinostheim.de


*Update 07.07.21: Jetzt scheint es amtlich zu sein: das Gutachten zum Radschnellweg Aschaffenburg-Hanau wird im Dez 2022 vorliegen. Der Untersuchungskorridor orientiert sich an der Bahnlinie. Für Kleinostheim wird das wohl bedeuten: Rennstraße/Alte Poststraße/Scheblerstraße.
Weiter Infos:
https://www.main-echo.de/regional/stadt-kreis-aschaffenburg/radschnellweg-hanau-aschaffenburg-machbarkeit-wird-untersucht-art-7331916

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