Tempo 30 – Weniger Unfälle, weniger Umweltbelastung (Teil 3)

Unfallhäufigkeiten und Unfallschwere
Viele internationalen Studien haben eine sinkende Zahl an Verkehrsopfern festgestellt, wenn das Tempo reduziert wird. In Schwerin wurde die Situation vor und nach Einführung von Tempo 30 untersucht. Die Unfallzahlen und die Personenschäden sind deutlich zurückgegangen. Eine Londoner Langzeitstudie, die von 1986 bis 2006 durchgeführt wurde, hat die Effekte von 20 mph-Zonen (32 km/h) auf die Verkehrssicherheit untersucht. Die Zahl der Verkehrsopfer sank um 41,9 Prozent. Der stärkste Rückgang konnte bei Kindern und bei tödlich und schwer verletzten Personen festgestellt werden.
Sogenannte „weiche“ Verkehrsteilnehmer*innen wie Radfahrer*innen und Fußgänger*innen werden durch niedrigere Geschwindigkeiten besonders geschützt. Kollidiert ein Kfz mit einem Fußgänger, beträgt die Wahrscheinlichkeit für den Fußgänger, getötet oder schwer verletzt zu werden, bei 30 km/h Kollisionsgeschwindigkeit unter 50 Prozent, bei 50 Stundenkilometern bereits über 80 Prozent.

Lärm- und Schadstoffbelastung
Geschwindigkeitsreduzierungen sind anerkannte Maßnahmen, um Lärm zu mindern und Luftschadstoffemissionen zu verringern – vielfach verankert in Lärmminderungsplänen und Luftreinhalteplänen. Dabei gilt die Formel: langsamer + gleichmäßiger = schadstoffärmer.
Die Lärmbelastung kann durch eine Verringerung der Geschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer um rund 3 dB(A) reduziert werden. Das entspricht einem Lärmminderungseffekt, den man auch urch die Halbierung der Verkehrsmenge erreichen würde.

Gleichmäßige Geschwindigkeit
Die größte Reduzierung von Lärm und Luftschadstoffen wird bei einem gleichmäßigen Geschwindigkeitsniveau erreicht. Tempo 30 kann seine Wirkung in Kleinostheim aber nicht voll entfalten. Denn wegen der aktuellen Rechtslage wird es auf Hauptverkehrsstraßen wie der B8 oder in einigen Ortsstraßen, wie Kirchstraße oder Goethestraße, nur punktuell angeordnet. Die Geschwindigkeiten wechseln also. Deshalb brauchen wir Konzepte, die darüber hinausgehen.
Für Kleinostheim wäre es sinnvoll, den ständigen Regelungswechsel zu beenden und zumindest für die Wohn – und Mischgebiete einheitlich Tempo 30 einzuführen.

Nächster Beitrag: Tempo 30 – Verkehrsraum wird zu Lebensraum

Bisher erschienen:

Weiterführende Links

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

* bitte lies die Datenschutzbestimmung und stimme dieser zu

Verwandte Artikel