Versickerungsfähiges Pflaster: 5-facher Nutzen

Gibt es eine Alternative zu geteerten Gehwegen und Plätzen? Und wenn ja, warum sollte man sie verwenden?

Ja, es gibt sie: versickerungsfähige Pflaster, teils auch „Ökopflaster“ genannt (wasserdruchlässige Betonsteine, die sich optisch und von der Fugenbreite nicht von normalen Pflastersteinen unterscheiden).
Je nach Anwendungsart haben sie verschiedene Vorteile gegenüber geteerten Flächen.

  1. Sie lassen Regen versickern *1) und entlasten somit die Kanalisation und das Klärwerk und sind ein Baustein zur „Schwammstadt“ *2). Durch den Klimawandel kommt es zu immer mehr Extremwetter, auch hier in unserer Region. Plätze zu entsiegeln und Wasser im Ort verteilt versickern zu lassen, ist eine Anpassung an diese Entwicklung.
  2. Bei Straßensanierungen kann man sich den Effekt zu Nutze machen und die Gehsteige ohne Gefälle auslegen. Weil das Regenwasser versickert, muss es nicht mehr in den Rinnstein fließen. Gehsteige ohne Quergefälle *3) sind wiederum ein Vorteil für Rollstuhlfahrende und Menschen mit Rollatoren.
  3. Versickert das Wasser großflächig im Boden, hilft das bei der steigenden Trockenheit auch den Bäumen.
  4. Auch als Privatperson kann man diese Pflaster nutzen. Das spart in Zukunft sogar Abwassergebühren, die höher ausfallen, wenn Flächen nicht versickerungsfähig sind.
  5. Vor Ort gibt es einen Hersteller solcher Pflastersteine, aber auch in Aschaffenburg ist ein lokaler Anbieter zu finden. Das Geld bleibt in der Region. Ferner sind die Steine im Falle von Bauarbeiten wiederverwendbar.

Daher gilt: Sowohl bei Hofsanierungen als auch bei größeren Straßenbauprojekten sollten Privatleute und auch die Gemeindeverwaltung prüfen, ob es möglich ist, diese Pflaster zu verwenden.

*1) gefordert ist es bis zur Menge eines fünfjährigen Starkregenereignisses

*2) Schwammstadt oder Sponge-City ist ein Konzept der Stadtplanung, anfallendes Regenwasser in Städten lokal aufzunehmen und zu speichern, anstatt es lediglich zu kanalisieren und abzuleiten. Dadurch sollen Überflutungen bei Starkregenereignissen vermieden, das Stadtklima verbessert und die Gesundheit von Stadtbäumen gefördert werden.

*3) Das Quergefälle von Gehwegen darf nicht mehr als 2%, im Bereich von Grundstückszufahrten max. 6% betragen. (aus DIN 18024-1)

Weitere Infos unter https://de.wikipedia.org/wiki/Schwammstadt und
www.umweltbundesamt.de/themen/dauerregen-in-deutschland-wie-koennen-wir-vorsorgen

1 Kommentar

  1. Olav

    Die Pflastersteine wären auch eine gute Alternative für PKW-Parkplätze, aber auch für den Rinnstein. Hier könnte dann das Wasser der Straße zum Teil versickern. (Eine entsprechende „Unterkonstuktion“ vorausgesetzt).

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