Kleinostheimer Grüne mit Fahrrad auf FFF-Demo in Aschaffenburg

Am 9. Juli sind die Grünen Kleinostheim mit einer Radgruppe zur Raddemo von Fridays-for-Future in Aschaffenburg gefahren.

Tino Fleckenstein hielt in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied des ADFC eine Rede (siehe unten), in der er maßgeblich auf das Nichterreichen der Klimaziele im Verkehrssektor einging. Der Sektor Verkehr ist der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland – und ein Bereich mit hohem Einsparpotenzial. Etwa 20 Prozent der deutschen Treibhausgase entstehen im Verkehr.

Die Hälfte der Fahrten mit dem Auto haben ein Länge von weniger als 4 km. Bereits ab 2 km Entfernung dominiert heute noch das Auto. Das sind Entfernungen, die relativ schnell z.B. per Rad zurückgelegt werden können. Oft sind es auch Strecken unter 1 km Länge, die mit dem Auto zurückgelegt werden, die eigentlich zu Fuß zu bewältigen sind.

Mehrere Redner*innen betonten die Notwendigkeit von Klimaanpassungsstrategien. Dazu gehört auf kommunaler Ebene der Erhalt von Bäumen oder besser die Umwandlung breiter Straßen in Alleen mit Bäumen, die Schatten spenden und damit eine kühlende Wirkung haben. Statt weiter in Projekte wie den B 469-Ausbau sollte besser für den Ausbau der Radinfrastruktur oder den öffentlichen Personennahverkehr investiert werden.

Anschließend ging es über Teile des Innenstadtrings (Alexandrastraße – Platanenallee, Landingstraße) und am Bahnhof vorbei mit rund 100 Rädern durch die Stadt.

Tino Fleckenstein, Sprecher
tino.fleckenstein@gruene-kleinostheim.de


Notizen zur Rede Tino Fleckenstein (Vorstandsmitglied ADFC Aschaffenburg-Miltenberg)
bei der Fridays for Future-Raddemo am 09.07.2021 in Aschaffenburg/Theaterplatz:


Der Verkehrssektor, mit dem wir uns als ADFC besonders beschäftigen, trägt bisher überhaupt nicht zur Erreichung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele bei. Der Sektor Verkehr ist der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland – und ein Bereich mit hohem Einsparpotenzial. Etwa 20 Prozent der deutschen Treibhausgase entstehen im Verkehr. Und es sind nicht weniger geworden, sondern mehr!
Das ist der große Rahmen, Kommen wir nun zu unserer Stadt:
Die Hälfte der Fahrten mit dem Auto sind kürzer als 4 km, bereits ab 2 km Entfernung dominiert heute noch das Auto.
(Landingsstraße – a. 18 m Breite, wieviel für den Fußverkehr? – an den Rand gedrängt. Mischverkehr ist bei diesen Fahrzeugdichten kein Genuss.)
Die Ringstraße und die Bahnparallele haben 160 Mio gekostet. 0,8 Mio gibt es aktuell pro Jahr für die Radverkehrsförderung. 200 Jahre Radverkehrsförderung stecken also in EINER Straße!
Zu dieser Straße wurde eine innerstädtische Verkehrsberuhigung versprochen. Der erste Bausein ist die sogenannte Umweltstraße. EINE FARCE erster Klasse! Nach wie vor tummeln sich dort Benziner und Dieselfahrzeuge. Radfahrer und ÖPNV werden behindert, Fußgänger gefährdet.  Und die Stadt schaut zu. Sieht so die Verkehrswende in Aschaffenburg aus?
Macht die Straße dicht und gebt diese an die Menschen zurück und pflanzt ein Paar Bäume dort, damit es eine Allee wird.
Hoffnungsschimmer: Die Zahlen der Fahrradzählanlage an der Alexandrastraße verraten es: die Anzahl der Radfahrer an diesem Punkt ist gemessen an den Vorjahreswerten um etwa 20 % gestiegen. Die Leute wollen sich anders fortbewegen.
Das es anders geht, zeigen auch in Deutschland Städte wie Erlangen, Freiburg oder Münster.
Bundestagswahl: schaut Euch Kandidaten und Programme an und ob es die Gruppierungen ehrlich meinen mit einer Energie- und Verkehrswende.
Wir vom ADFC erleben es: alle schreiben Radverkehr in ihre Programme und tun so als ob.
Wenn es um den Wegfall von Parkplätzen oder konkret wird: Kein Geld, Keine Zeit, Keine Lust.

Thema Tourismus:
Ja ein großes Problem, Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe, der Stau Richtung Süden im Sommer, die Auswirkungen sind bekannt. Es geht auch anders: Mehrmals habe ich die Republik durchquert: ebenso mit dem Fahrrad – nicht mit dem Auto. Dabei fährt man mit offenen Augen durch das Land, da man langsamer sich bewegt.
Es muss nicht der Grand Canyon sein, z. B. an der Unstrut gibt es ein ähnlich breites Tal. Und es sind viele Eindrücke zu sammeln. Warum nicht auch mal Berlin mit dem Rad?
Auch bei unseren Touren des ADFC bekommen wir zu spüren, dass sich etwas verändert. Einmal bis 40 Grad Hitze und ein andermal Streckensperrungen durch umgeknickte Bäume bei Kahl und Alzenau. Zerstörte Wälder im Hessischen. Der Klimawandel ist auch in unserer Region angekommen!
Wir vom ADFC sind der Verband, der sich fürs Radfahren einsetzt, damit es sicherer und an vielen Stellen überhaupt möglich wird. Für eine Mobilität ohne C0-2-Emmissionen.
Wir brauchen attraktive Angebote für den Rad- und Fußverkehr in Kombination mit einem gut ausgebauten ÖPNV – und viel weniger Autoverkehr, um die Lebensqualität in Stadt und Land zu sichern. Und wir brauchen eine bessere Verknüpfung dieser umweltverträglichen Verkehrsangebote.
Wir jedenfalls bleiben dran.

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