Vergabericht­­­­linien bei Gewerbegebiete

Text: Antrag zur Vergaberichtlinie bei der Vergabe von Gewerbeflächen. Bild: Katze berührt Blume, die zwischen dem kargen Pflaster wächst

Ziel des Antrages: Nachhaltige Gewerbegebiete

Boden ist ein wertvolles, knappes und begehrtes Gut: Wir brauchen Flächen für Wohnungsbau,
Gewerbeflächen, Verkehrsflächen, aber auch die Landwirtschaft benötigt Flächen für den
Anbau von Nahrungsmitteln. Unbebaute Flächen sind aber auch erhaltenswert aufgrund Ihres
Wertes für die Naherholung, als Frischluftschneise für Wohngebiete, aber auch aus
archäologischem Interesse. Und ganz wichtig: für unsere Natur, für die Artenvielfalt, zur
Klimaanpassung und zum Klimaschutz.
Daher gilt es, für Wohnen, Gewerbe und Verkehr extrem sparsam und bedacht mit dieser
knappen Ressource umzugehen.
Konkret bedeutet das für bereits ausgewiesene Gewerbegebiete, dass hier bei der Vergabe
Unternehmen berücksichtigt werden, die mit ihrem Gebäude möglichst viele Aspekte des
Umweltschutzes, Klimaschutzes, Artenschutzes und der Klimaanpassung berücksichtigen.
Auch sollten Unternehmen berücksichtigt werden, die den ohnehin intensiven Verkehr in der
Ortsdurchfahrt nicht zusätzlich verstärken.
Die Stadt Bocholt hat hierfür einen Vergabekatalog erstellt, nach dem sich auch unsere
Gemeinde bei der Vergabe an Grundstücks-Interessenten richten sollte. Selbstverständlich
sollten auch ökonomische und soziale Gesichtspunkte bei der Vergabe berücksichtigt werden.
Alles zusammen ergibt einen transparenten Prozess der Grundstücksvergabe.
Flächensparend bauen heißt auch, möglichst in die Höhe anstatt in die Fläche zu bauen. Obere
Stockwerke könnten z.B. für vermietbare Büros („StartUps“, WorkingSpace, CoWorking) oder
(Mitarbeiter-)Wohnungen geplant werden (für letzteres müsste jedoch der Bebauungsplan
angepasst werden).
Klimaangepasst bauen heißt, z.B. durch Bäume für Beschattung zu sorgen. Auch begrünte
Dächer oder Wände senken die Temperatur und haben zudem bei Starkregen eine
Schwammwirkung. Ferner sind sie ein Baustein für die Artenvielfalt.

Deshalb haben wir folgenden Antrag gestellt:


Vergaberichtlinien bei Gewerbegebiete


Es ist unsere Aufgabe, dass wir in Zukunft nachhaltig, ökologisch und gemeinwohlorientiert
bauen. Für gemeindeeigene Flächen haben wir es selbst in der Hand, wer baut und wie gebaut
wird.
Aus unserer Sicht dürfen wir den Vergabekatalog nicht nur an Gewerbesteuer & Anzahl der
Arbeitsplätze orientieren, sondern auch an ökologischen Gesichtspunkten.
Zum Beispiel:

  • Flächensparendes Bauen
  • Schaffung von Rückhalteräumen für Regenwasser
  • Fassaden- und Dachbegrünung
  • Nutzung erneuerbarer Energien
  • Förderung nachhaltiger Verkehrsmittel

Als Beispiel haben wir im Anhang eine Bewertungsmatrix der Gemeinde Bocholt angehängt. ​ Dort werden für verschiedene Kriterien Punkte vergeben. Wer die meisten Punkte erreicht, erhält den Zuschlag. Wenn wir als Gemeinde in Zukunft klimaneutral werden wollen, müssen wir jetzt damit anfangen, die Weichen zu stellen. Beschlussvorschlag: Der Vergabekatalog für das Gewerbegebiet A3 wird um ökologische Punkte ergänzt.


Leitlinien der Stadt Bocholt:
https://www.bocholt.de/fileadmin/DAM/Fachbereich_30/Dokumente/Gewerbeflaechenkonzept/bocholt_rathaus_planenundbauen_nachhaltigeGewerbeflaechenentwicklung_leitlinie_2019.pdf

Konzeptvorstellung Bocholt:
https://www.bocholt.de/fileadmin/DAM/Fachbereich_30/Dokumente/Gewerbeflaechenkonzept/bocholt_rathaus_planenundbauen_Gewerbeflaechenkonzept_erste_Konzeptvorstellung.pdf

Gewerbeflächen Leitfaden der Stadt Bocholt:
https://www.bocholt.de/fileadmin/DAM/Fachbereich_30/Dokumente/Gewerbeflaechenkonzept/bocholt_rathaus_stabsstelle_stadtentwicklung_gewerbeflaechen_leitfaden_20200812.pdf

Weiterführende Links:
http://www.gewerbegebiete-im-wandel.de/images/PDF/Wila_Gewerbegebiete_Broschuere_Web.pdf
bzw. die dazugehörige Webseite: http://www.gewerbegebiete-im-wandel.de

Update: 07.12.2021: Ökologisches, flächensparendes, nachhaltiges Gewerbegebiet für Kleinostheim *freudig*
Unser Antrag, die Vergabe-Richtlinien für das geplante Gewerbegebiet südlich der Mainparkstraße um ökologische, flächensparende und nachhaltige Punkte zu ergänzen (in Anlehnung an die Vergaberichtlinien der Stadt Bocholt), wurde im Hauptverwaltungsausschuss einstimmig verabschiedet und geht jetzt in die materielle Prüfung. D.h. es wird von der Gemeindeverwaltung ein Konzept erarbeitet, über das dann nochmal abgestimmt wird. Hierüber freuen wir uns sehr. Ein guter Schritt für eine klimafreundliche Zukunft von Kleinostheim.
Sabine Dornberg, Gemeinderätin

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

bitte lies die Datenschutzbestimmung und stimme dieser zu